Loop, XXL-Schal, Oversize Schal, Deckenschal oder auffallendes Hasltuch - für Vanessa ist klar: Mein Schal ist ein Statement

Bis ich auf Schal-Life getroffen bin, war mir mein Faible für Schals gar nicht so bewusst. Habe diese Seite durch Zufall entdeckt und schon fast alle Beiträge – insbesondere die Schal-Life-Storys – gelesen. Dadurch ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, das Schals auch in meinem Leben eine ganz besondere Rolle spielen. Ich meine, ich habe verdammt viele Schals; hat sich im Laufe der Zeit wirklich einiges angesammelt, weil ich gefühlt jedes halbe Jahr 1-2 kaufe. Aber ich habe das nie wirklich hinterfragt bzw. es ist mir überhaupt nicht aufgefallen, dass ich häufig und total gerne Schals trage; das war für mich ganz einfach selbstverständlich.

Habe vor Kurzem mal Bestandsaufnahme gemacht. Gezählt hab ich sie nicht komplett, aber da ist alles dabei: Große und kleine, lange und quadratische, dicke und dünne, feine und grobe (der Stoff natürlich ;-), weiche und glatte, bunte und einfarbige, schön gemusterte und etwas verrückte, und so weiter; auch viele, schöne Halstücher sind dabei. Durch die Beiträge auf Schal-Life (vor allem durch die Story von Manu) ist mir erst einmal aufgefallen, wie unbewusst ich bisher selektiv meine Schals zum Tragen ausgewählt habe. Je nachdem wie ich drauf bin, was für Wetter / Jahreszeit draußen ist, wo ich hingehe oder mit wem ich mich treffe, ob ich zur Uni/Arbeit gehe oder in der Freizeit unterwegs bin, wähle ich meinen Schal aus (mir sind dann auch ein paar Situationen eingefallen, wo ich sogar 1-2 Ersatz-Schals mitgenommen habe, weil ich nicht wusste, was an dem Tag noch alles passiert).

Vor allem aber ist mir klar geworden, dass Schals und Tücher für mich nicht einfach nur zur Kleidung gehören. Klar: Ich friere auch mal leicht im Nacken und am Hals. Aber das ist lange nicht alles. Wie ich eben schrieb, habe ich bisher eher unbewusst aber eben immer total situationsbezogen meine Schals ausgewählt. Und das betrifft ja nicht nur den Schal an sich, sondern auch wie ich ihn trage. Gehe ich mit den Mädels aus oder treffe mich nur so zum quatschen trage ich einen anderen Schal, als wenn ich ein Date habe. Will ich feiern und Spaß haben, trage ich was anderes als wenn ich nur „dabei sein“ will. Man kann es auch überspitzt ausdrücken: Will ich auffallen (oder sogar provozieren) oder in Ruhe gelassen werden; ich glaube, das kann ich über die Wahl und Trageweise von meinem Schal ganz gut steuern. Warum? Keine Ahnung. Liegt vielleicht daran, dass ein Schal sich von den anderen Kleidungsstücken einfach abhebt und man damit so viel variieren kann. Oder es liegt daran, dass es das erste Kleidungsstück unterhalb vom Gesicht ist und der Betrachter so nach dem Gesicht einen zweiten Eindruck gewinnt, mit wem man‘s zu tun hat oder wie man drauf ist.

Als ich die Story von Manu gelesen habe, musste ich richtig schmunzeln. Da ist mir nämlich aufgefallen, dass ich genau die gleichen Erfahrungen in der Öffentlichkeit gemacht habe. Ich glaube, jede (junge) Frau, die sich einiger Maßen zu recht macht und min. halbwegs normale Kleidung trägt, wird von den Männern auf der Straße oder sonst wo angeglotzt (isso!). Normalerweise stört mich das nicht, obwohl es auch schon mal nerven kann. Wenn ich aber mal so richtig gut drauf bin, dann habe ich es in der Vergangenheit schon ein paar Mal richtig drauf angelegt. Und mir ist jetzt erst bewusst geworden, dass mein Schal dabei eigentlich immer der Schlüssel war. Ich meine, wenn ich mich richtig sexy schminke, die Haare hochstecke oder einen Pferdeschwanz knote, eine glatte schwarze Lederjacke und hautenge schwarze Leggins anziehe und dazu einen dicken, bunten Schal trage, dann ist der Schal der Hingucker (Eyecatcher).

Ich glaube, dass hier auch mehr dahinter steckt. Wenn ich zu diesem Outfit z. B. einen riesigen Loop aus so richtig groben Stoff anziehe und dieser sich farblich auch noch total abhebt oder einen voluminösen bunten (am besten noch rot) Deckenschal umschlinge, dessen ausladenden Falten auf meiner Brust liegen, und ich damit durch die Fußgängerzone schreite (den Blick immer fest nach vorn gerichtet :-), dann drückt das irgendwie Selbstbewusstsein aus, weil man total auffällt und angegafft wird, aber es einem total egal ist. Klar, Aufmerksamkeit als Frau bekommt man auch, wenn man einen kurzen Rock trägt oder einen tiefen Ausschnitt hat. Aber das ist im Winter zu kalt 😉 Vor allem aber erreicht man meiner Meinung nach mit einem auffälligen Schal als dominantes Objekt noch was anderes: Man fällt als Frau auf und wirkt auch wahrscheinlich attraktiv (provozierend), aber durch den Dicken Stoff macht man eines ganz klar deutlich: Nur gucken, nicht anfassen!

Alles in allem kann ich daher nur eins sagen: Mein Schal ist für mich nicht nur mehr – mein Schal ist ein Statement!

Jetzt habe ich schon verdammt viel geschrieben. Eine Sache muss ich aber noch loswerden. Vielen Dank an Svenja!!! Nach dem Lesen ihrer Story habe ich mal meine eigene Neigung zu Schals überdacht, was den Wohlfühl- und Kuschelfaktor angeht. Da habe ich Lust bekommen, einen meiner Lieblingsschals auch mal im Bett anzubehalten. Mein neuer Freund scheint es nämlich auch irgendwie zu mögen, wenn ich Schals trage (hatte ich bis dahin aber nur vermutet). Es hat mich dann gar nicht mehr überrascht, dass ihn das total angemacht hat. Haben das nun schon einige Male ausprobiert und es ist total toll. Beim letzten Mal hatte ich so einen langen, grauen Baumwoll-Schal ein/zweimal umgeschlungen, sodass die langen Enden frei herum lagen. Mein Freund hat den Schal dann – ohne dass wir es abgesprochen hätten – „aktiv eingesetzt“. Das war sehr aufregend und es hat uns beiden gefallen. Aber irgendwie hat es mich auch ein klein bischen erschrocken, weil es eine Seite an mir zum Vorschein gebracht hat, die ich bisher noch nicht kannte …

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